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Aussichtsturm
auf dem Peindlberg
100 jähriges Jubiläum des Aussichtsturmes auf dem
Peindlberg Bas Erzgebirgstal. In dem die Stadt Neudek (Nejdek) liegt,
beherrscht der bewaldete Peindlberg (Tisovský vrch) mit einer Seehöhe von 977
Meter. Von seiner Spitze blickt der im J. 1997 hundert Jahre bestehende
Aussichtsturm stolz hinab.
Der Berg mit dem Aussichtsturm und der Neudeker Burgturm sind die
charakteristischen Symbole von Neudek. Um den westlichen Fuß des Peindelbergs
fließt die Rohlau, der Osthang fällt steil in das reizende Tal des
Limnitzbaches. Der Südwest und Südhang des Berges wird in beträchtlicher Höhe
von der Eisenbahnstrecke Karlsbad – Breitenbach – Johanngeorgenstadt gekreuzt. Die Bahn erreicht hier die
größte Steigung und bietet den Reisenden
weite Sichten ins Land. Die Wälder wergeben alte Stollen, Spuren der ehemaligen
Zinn- und Eisenerzförderung. Bereits um das Jahr 1500 wurden unter dem
Peindlberg an reichen Zinnvorkommen die Bergsiedlerung Neuhammer, Eibenberg und
Ullersgrün gegründet. Der Peindlberg ist gegen Ende des vorigen Jahrhunderts
zum bleiben Aussichtsort geworden. Zu seiner Popularität hat der schnelle
Aufschwung der Touristik und der Wintersporte, vor allem des Schilaufens,
beitragen. Der Gipfel trug einen mächtigen, etwa 10 m hohen Felsen, von dem
eine aufgezeichnete, vom Bäumen doch etwas beschränkte Aussicht war. Der
damalige "Neudeker Erzgebirgsverein" hat sich entschlossen auf dem
Felsen einen großen steineren Aussichtsturm zu bauen. Eine Anregung dazu waren
große Erfolge der Aussichtstürme am Keilberg (1884) und am Plessberg bei
Abertham (1898). Der Bau des Turmes wurde im Juli 1985 angefangen und im
September 1897 beendet. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 4000 Gulden. Der
Grundriss des Baus bildet ein Quadrat, die Seite 5 m lang. Die Turmmauer ist 1,3
m stark. Der Aussichtsturm ist 18 m hoch, demnach höher als die Türme auf dem
Keilberg und Plessberg. Zum Aussichtsplateau führt eine Wendeltreppe mit 114
Granistufen. Die Platform endet mit einem Glas-Schutzdach und 3 m höhen
Blitzableiter. Der ganze Bau von der Türschwelle bis zur Spitze des
Blitzableiters mißt 24 Meter. Im J. 1908 wurde noch ein Stilrestaurant zugebaut, wodurch die Attraktivität der Aussicht noch erhöht
wurde. Die Aussicht vom Peindlberg ist zweifellos eine der besten im mittleren und
westlichen Erzgebirge. Im Osten dominieren die Spitzen des Keilbergs,
Fichtlbergs und Duppauer Gebirges, südwestlich sind die Höhen des Kaiserwaldes, Industriegebiete des Falkenauer Kohlenbeckens und die
Türmender
Maria-Kulm Wallfahrtskirche sichtbar. Bei günstigem Wetter kann man auch die
entfernten Bergspitzen des Böhmerwaldes sehen. Der Aussichtsturm am Peindlberg
begann nach der Aussiedlung der Deutschen im J. 1946 zu verkommen. Um das Jahr
1980 war auf den ehemaligen Stolz der Neudeker Touristen ein trauriger Anblick.
Nach jahrelanger Anstrengung gelang es im J. 1985 den Stadtausschuß in Neudek
zum Finanzieren der Instandsetzung zu bewegen. Daran haben sich die
Bauunternehmer in Neudek, Mitglieder des Bergdienstes in Neuhammer und die Firma
Piller beteiligt. Die technisch anspruchvolle Restauration des Peindls verlief
in den Jahren 1986 - 1987.Im Jahre 1995 wurde der Peindlberg-Aussichtsturm zum
Kulturdenkmal erklärt. Es gelang diese Sehenswürdigkeit in letzter Stunde zu
retten. Erfreulich ist, dass auch heute, nach 100 Jahren seit seinen Entstehung,
den Aussichtsturm viele Touristen und Naturliebhaber besuchen. Das Besteigen des
Peindlberg aus Neudek ist auf dem nicht markierten Weg von Metalis über Ort
Eibenberg, von Eibenberg (Tisová) Restaurant KUCKUCK dann den gelb markierten
Weg zu empfehlen.
Text:©PhDr.S.Bucharovic
Herausgeben:Stadtamt Neudek im Jahr 1997
Als der erste Zug zum Peindlberg kam
Um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts brachte die Eisenbahn Leben in die
Wirtschaft der Region um den Peindlberg. Ihr Bau war für den Karlsbader Teil
des Erzgebirges die wichtigste Bauaktion
des vorigen Jahrhunderts. Die ersten Schwellen und Schienen verletzten die Ruhe
der Wälder des Peindlberg genau vor 100 Jahren.
Bereits in den 70ger Jahren des 19. Jahrhunderts bekam eine am Prager Landesamt
gebildete Kommission den Auftrag eine Verkehrsverbindung zwischen Sachsen und
Osterreich zu sichern. Die Eisenbahntrasse des Vorschlags führte aus Karlsbad
über Dallwitz, Lichtenstadt, Bärringen und Platten nach Johanngeorgenstadt. Das
hat eine starke Opposition in Neudek hervorgerufen, dessen Repräsentanten die
Strecke über ihre Stadt forderten. Sie waren sich aller Vorteile der Bahn
bewusst.
Zum Sprecher der Neudeker wurde der Rechtsanwalt Anton Graf. Nach jahrelangen
Prozessen, besonders mit Lichtenstadtern, gewannen die Neudeker, die auf ihre
Seite die Regierungsämter erwarben. Ende des scharfen Konkurrenzkampfes war die
Konzession der Strecke vom 2.9.1895. Damit wurde als Endlosung die Bahnstrecke
über Neudek geführt. Um die Finanzierung des Bahnbaus zu sichern, wurde eine
selbständige Aktiengesellschaft gegründet. Die Kosten des ganzen Baus wurden
von dem Staatsbeitrag, den Mitteln der A.G.'und zum großen Teil auch von
Neudeker Betrieben und
Institutionen (Kammgarn Spinnerei, Kreisvertretung, Stadtsparkasse,
Privatpersonen u.a.) getragen. Die Bauarbeiten begannen im J. 1897. Die Aufsicht
über den Bau der Trasse Karlsbad-Neudek führte eine staatliche Eisenbahnkommission in Karlsbad. Bauarbeiten der Trasse Neudek-Bre- itenbach sicherte
die Brünner Firma E. Cecovicka. Der ganze Bau
aus Karlsbad nach Johanngeorgenstadt dauerte 2 Jahre. Die festli- che Eröffnung
des Betriebes an der Bahnstrecke fand am 15. Mai 1899 statt Des Eisenbahn
brachte neue Prosperität den Neudeker Fabriken, belebte die Bautätigkeit und das
Anwachsen der umliegenden Gememden und stärkte den Fremdenverkehr. Einen
Bahnausflug Karlsbad - Breitenbach ist jedem zu empfehlen. Wahrend der
zweistündigen Fahrt erblickt man Motive von der Industrienelandschaft bis zum
höchsten. Erzgebirgskarnm.
Text: PhDr. S. Burachovic, Herausgegeben: Stadtamt Neudek im Jahr 1997.
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